Lange sind wir schon Medienpartner von SAAC. Immer wieder sind wir begeistert von der Professionalität, mit der die Lawinencamps durchgeführt werden. Mittlerweile nehmen an den ca. 60 Kursen in der Wintersaison fast 3.000 Teilnehmer teil. Angefangen hat es 1999 mit 5 Camps und 250 Teilnehmern. Hinzugekommen sind im Sommer nun auch Bike und Climb Kurse. Unser Redakteur Tim war jetzt im Pitztal mit dabei …

Wir wollen euch nicht belehren, aber wer im Gelände unterwegs ist, muss a) die LVS-Suche im Schlaf drauf haben und b) im freien Skiraum die richtigen Entscheidungen treffen, um einen Lawinenabgang in jedem Fall zu verhindern. Wie gut dass es die SAAC Camps gibt, denn dort kann sich jeder Freerider die ersten Basics kostenlos aneignen.

Nach einem grandiosen Skitag bei strahlendem Sonnenschein ging der Lehrgang am Samstag um 16:00 Uhr mit einer Theorieeinheit los. Die beiden Bergführer Matthias und Thomas führten uns durch den Abend und versuchten die Fülle an Informationen rund um das Thema, Lawinen, Schneedeckenaufbau und Kameradenhilfe in einen dreistündigen Vortrag zu packen. Kein leichtes Unterfangen, doch den beiden Routiniers gelang das wirklich gut. Nach dem Vortrag ist sicherlich niemand ein Experte in Sachen Lawinensicherheit, doch erste Basics und ein geschärftes Bewusstsein konnte jeder mitnehmen.

Am Sonntag startete das Camp morgens an der Talstation der Pitztaler Bergbahnen. Für jeden der kein LVS-Set hatte, stellte der Veranstalter ein vollständiges „Rescue Package“ bereit. Nach der gemeinsamen Bergfahrt wurden wir in gleich große, zehn Personen starke Gruppen eingeteilt und fuhren direkt zu Tirols höchster Gondelstation auf 3440 Meter. Bei einem Blick auf die Wildspitze klärte uns unser Bergführer Matthias über die größte Problematik derzeit auf: Gletscherspalten! Es hatte kaum geschneit in letzter Zeit, es gab noch nicht einmal einen Lawinenlagebericht, aber auf die Spalten, die kaum mit Schnee bedeckt sind, muss bei Touren auf dem Gletscher unbedingt geachtet werden.

Nach dem LVS-Check stand aber dann die erste Abfahrt auf dem Programm. Der Altschnee war hart und nicht besonders angenehm zu fahren, doch Matthias ging mit uns alle Gefahrenzeichen der Lawinengefahr durch und versuchte immer ein anschauliches Beispiel zu finden, was bei der aktuellen Schneelage nicht gerade einfach war. Kurz vor dem Mittagessen, haben wir dann doch noch eine kleine Rinne gefunden, die zwar auch schon nieder gefahren war, aber trotzdem noch richtig Spaß machte. „Wenn es jetzt einen dreier hätte, könnten wir hier nicht fahren“, analysierte Matthias, als wir von unten auf unsere Rinne schauten.

Die Zeit drängte etwas, also machten wir uns nach einer kurzen Mittagspause sofort an die Kameradensuche. Eine kurze Erklärung zu den verschiedenen Geräten, dann ging es auch schon los. Zwei Piepser waren verbuddelt und die galt es zu finden und zu sondieren. Keine leichte Aufgabe für alle die noch nie ein LVS Gerät in der Hand hatten, doch am Schluss hatte jeder die beiden Sender gefunden.

Trotz der schlechten Schneelage war der Kurs sehr gelungen und jeder hat einige hilfreiche Rezepte an die Hand bekommen, um sich im Gelände sicher zu bewegen. Für alle die noch nicht besonders mit der Materie vertraut sind, ist ein SAAC Camp ein MUSS. Der Lehrgang ist kostenlos und findet an verschiedensten Spots in Österreich statt und die Liftkarte für den Lehrgangstag ist sogar noch verbilligt. Wer sich schon etwas besser auskennt, für den ist das SAACnd Step Camp sehr zu empfehlen. Hier wird an drei beziehungsweise fünf Tagen intensiv trainiert. Also sichert Euch noch die letzten Restplätze. Übrigens gibts im Sommer auch Bike und Climb Camps.

Checkt hierzu am besten die Website von SAAC.
Hier gehts zu den Terminen 2015/16!

In diesem Sinne – Stay safe out there!

 

Bilder und Copyright: Tim Marcour