Mehr Aufsehen hat in der letzten Zeit kein anderer Ski erregt. Als der Völkl Katana V-Werks auf der ISPO im Februar 2013 vorgestellt wurde, bekamen zahlreiche Freerider große Augen und schalteten sofort in den „muss-ich-haben“-Modus um. Edle Carbon-Optik, aufregende Bauweise mit abgeflachten Seiten, dazu der Shape des legendären Katana bei reduziertem Gewicht.

Der erste Dämpfer war sicherlich der hohe Preis, der zweite die Verfügbarkeit. Wer den Ski noch nach der ISPO 2013 testen wollte, ging leer aus. Die Auslieferung startete spät in der Saison 2013/14 und wir bekamen den Katana V-Werks auch erst um die Jahreswende herum zur Probefahrt und Test. Schon auf den ersten Metern im Schnee merkt man: Das ist ein Ski! Wie bei allen Völkl-Modellen spürt man die Erfahrung im Ski-Bau, der Katana V-Werks führt und fährt so, wie man es vom Katana gewohnt ist. Er liegt stabil und ruhig, zieht gut auf der Kante, verträgt hohes Tempo und bietet in steilem Gelände Sicherheit durch die lange effektive Kante. Auch im Pulver erfreut er mit ordentlichem Auftrieb und guter Kontrolle, man muss den Ski allerdings konzentriert fahren – New-School-Jibber sind hier natürlich falsch, Backcountry-Einsteiger auch. Der V-Werks mag es, wenn der Fahrer weiß was er tut.

Natürlich haben wir den Katana im Test gewogen: 6,3 Kilo mit Marker Jester in 191 cm sind ein guter Wert, jedoch kein Superlativ. Abzüglich Bindung wiegt der Ski im Paar also etwa 4,3 Kilo. Zum Vergleich: Der Black Diamond Megawatt Carbon liegt bei 3,6 Kilo (o. B.), auf der anderen Seite wuchtet der Völkl Kuro mit Marker Jester 8,4 Kilo auf die Waage. Reine Tourengeher spricht der Carbon-Newcomer daher nicht an. Achtung Tech-Bindungs-Fans: Völkl empfiehlt, beziehungsweise befiehlt, den Ski mit Marker-Bindung zu fahren (wir wissen aber, dass er auch mit Dynafit oder Plum gefahren wird).

Ist der Völkl Katana V-Werks seinen hohen Preis wert? Leute, die ihn zum regulären Listenpreis gekauft haben, sagen: nein. Allerdings sinken gerade die Preise fürs 13/14 er (Auslauf-)Modell – dabei geht der Ski geht unverändert in die nächste Saison, verliert also eigentlich nicht an Funktion und Wert. Allerdings hat Völkl auf der ISPO mit der BMT-Serie in ähnlicher Bauweise einige spannende Alternativen vorgestellt (unser Favorit: der BMT 122). Kleiner Wermutstropfen: Die Carbon-Seitenwangen stoßen sich schnell ab.

Fazit: Der Völkl Katana V-Werks ist ein sehr guter Ski für ambitionierte Freerider, die mehr vom Ski verlangen als Full-Rocker und wildes Design. Er besitzt einen breiten Einsatzbereich, durchs geringe Gewicht eignet er sich sehr gut fürs Free-Touring, er ist aber nicht so leicht, dass er von ehrgeizigen Tourengehern akzeptiert wird.

Test: Völkl Katana V-Werks, 191 cm, 143/112/132 mm, Marktpreis ca. 950 Euro (o. B.)

Völkl V-Werks Palette 14:15

So sieht die V-Werks-Palette von Völkl für die kommende Saison aus. Katana plus drei Varianten der BMT (Big Mountain Touring).