Tanner Hall – Triumph

Während sich andere Athleten mit ausreichendem finanziellem Backup in den Ruhestand verabschieden, schreddert Tanner Hall über junge Nadelbäume und pustet THC angereicherten Tütenqualm in die Atmosphäre. Die „I don´t give a fuck“-Attitude des mittlerweile 34-Jährigen Ski-Punks ist präsenter als je zuvor. Mit einer ordentlichen Portion Selbstvertrauen zeigt Tanner Hall in seinem neuesten emotionalen Video-Werk „Triumph“, seinen nicht gerade bilderbuchartigen Werdegang zu dem, was er heute ist. Dennoch ist er sich bewusst, dass er so Einiges in seinem bewegten Leben hätte besser machen können. Der Verlust seiner Sponsoren, wie RedBull und Rockstar, die er paradoxerweise aufgrund seines – mit der Werbewelt nicht vereinbaren – Rockstar-Lifestyles verloren hat, sind nur zwei einschneidende Erlebnisse, die in der bekannten, musikalisch untermalten Dramatik aufgeführt werden.

Eines ist jedoch sicher: der Kerl hat Unmengen an Energie. Koffein braucht der nicht um in die Gänge zu kommen. Mit einem faustgroß tätowierten Cannabisblatt auf der Brust, quält er sich durch seinen Trainingskeller. Im Hintergrund erzählt seine Stimme, wie er die Alkoholsucht hinter sich gelassen hat, schlimme Verletzungen und Schicksalsschläge überwunden hat und sich jetzt voll auf das Skifahren konzentriert. Das ist ihm gelungen. Einer der vollkommensten Freeskier dieses Planeten pflügt sich mit unveränderter Hingabe die steilsten Alaska-Hänge hinunter. Der doppelten Fersen- und Knöchelfraktur vom Chads-Gap 2005 entgegnet er mit einem doppelten Backflip und zerstört Park- und Urban-Rails in 4XL Klamotten. Vielleicht wächst er eines Tages rein – Hoffentlich bleibt er aber immer diese inspirierende und polarisierende Figur, ohne die unser Sport nicht das wäre, was er ist.