Zugegeben, wer will nicht mal an exotischen Orten zum Freeriden gehen? Aber gleich so exotisch?! Die Insel Onekotan liegt am pazifischen Feuerring – irgendwo zwischen Kamchatka und Hokkaido.

500 Kilometer von der einzig nennenswerten Stadt Petropavlovsk entfernt, gibt es einzig die Möglichkeit per Schiff diese Insel zu erreichen. Der Pazifik hat zur geplanten Reisezeit 1 Grad, Treibeis und es gibt ein Fahrverbot für alle Schiffe unter 20 Meter Länge. Alleine ein Schiff zu finden, das die Reise nach Onekotan durchführen will, wurde zur eigenen Mission.

Das Team bestehend aus den drei Freeridern Matthias Mayr, Matthias Haunholder, dem Schweizer Phil Meier, Filmer Simon Thussbas und Fotograf Jonas Blum hat die Insel bereist. Wie dies von statten ging und was sie dort erleben, wird in ihrem neuen Film gezeigt.

Wir sprachen mit Matthias Haunholder zu seinen Eindrücken:

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Foto: Simon Rainer

Ihr hattet letztes Jahr ein irrwitziges Filmprojekt. Alaska kann jeder, dachtet Ihr Euch. Wie kommt man auf eine Location wie Onekotan?

Grundsätzlich sind wir immer auf der Suche nach neuen, beeindruckenden Landschaften um diese mit Skiern zu erkunden bzw. die Berge dort zu befahren.Die Insel Onekotan haben wir über Google Earth entdeckt und wir wussten sofort, dass wir dort hin möchten.

Wie wählt man ein Team aus – da muss die Chemie und das Können schon stimmen? 

Stimmt, das Team muss für so eine Expedition harmonieren und funktionieren.Mit Matthias Mayr arbeite ich schon viele Jahre zusammen und bei uns beiden kann sich jeder auf den anderen in jeder Situation verlassen. Phil Meier ist ein Routinier. Mit ihm habe ich schon einige Projekte realisiert. Er hat die nötigen Voraussetzungen für so ein Projekt und ist ein guter Team-Player. Aus diesem Grund habe ich ihn für unser Team ausgewählt. Simon unser Kameramann ist sehr erfahren im Outdoorbereich, macht eine geniale Arbeit und bringt die richtige Ruhe mit. Jonas unser Fotograf ist auch im Stande die 2. Kamera zu führen, macht super Bilder und ist ein richtiger Bergmensch. Er hat auch Erfahrung mit Höhenbergsteigen und ist ein richtig guter Skifahrer. Grundsätzlich war es uns wichtig ein kleines, flexibles Team zu haben, bei dem jeder Einzelne in Notsituationen das nötige Know-how und Professionalität mitbringt.

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Foto: Jonas Blum

Erzähl dochmal von einer Situation, die Dir besonders im Kopf geblieben ist. 

Als wir vom Schiff mit dem Kleinboot zum Strand gebracht wurden kenterten wir beinahe im beach break. Das Boot wurde seitlich auf den Strand gespült und drohte umzukippen mit uns und dem Equipment am Board. Bei einer Wassertemperatur von 1C° und kaltem Wind endete unser Abenteuer beinahe vorzeitig.

Wie sind die Menschen dort? Wie verständigt man sich oder besser noch: wie macht man denen klar, dass Ihr nur skifahren wollt?

Auf dieser Insel gibt es keine Menschen, einzig mit den dort lebenden Rotfüchsen hatten wir Verständigungsprobleme. Die hatten großes Interesse an unsern Lebensmittelvorräten.

Warum sollte man sich den Film anschauen?

Weil diese Doku in den ganzen 52 Minuten nie langweilig wird und unglaubliche Bilder bereithält.

copyright: Jonas Blum

copyright: Jonas Blum

Am Ende musstet Ihr evakuiert werden. Wie ging das von statten und warum?

Die geplante Abholung mit dem Schiff nach 18 Tagen musste wegen zu hohem Wellengang abgebrochen werden. Wir hatten kein Essen mehr, jeder von uns hatte Erfrierungen und ein mehrtägiger Sturm wurde angekündigt.Wie das von statten ging, sieht man sich am besten im Film an.

Wo wird der Film gezeigt?

Alle Filmtourstops sind unter anderem auf meiner Seite www.hauni.at zu finden. Ab Herbst wird „Onekotan – The Lost Island“ auch auf iTunes erhältlich sein.

Was steht für diese Saison auf Deiner Bucket-List?

Eines kann ich schon verraten: es geht wieder nach Russland!

www.hauni.at
Den Film gibts unter anderen bei der Ride-Night zu sehen.
Ride night