Salomon TV geht in die 9. Saison. 

Der Macher und Freerider Mike Douglas hat den Sport Freeskiing beeinflusst wie kaum ein anderer. Schon früh fuhr er Buckelpiste und war Mitglied der New Canadian Air Force, eine Gruppe von progressiven Freeskiern (wie man sie heute nennen würde). Diese Gruppe hat das Freeskiing eigentlich erst erfunden zu einer Zeit wo Tricks mit dem Snowboard noch modern waren. Mike Douglas war an der Entwicklung der ersten Twintips beteiligt, die bei Salomon später unter dem Namen 1080 (ten-eighty) verkauft wurden. Douglas ist heute mit Switchback Entertainment verantwortlicher Produzent der Salomon Freeski TV-Episoden. Zeit für ein Interview.

Mike, du hast eine bemerkenswerte Karriere hinter dir. Vom Profi Skifahrer zum Ski-Entwickler und Skifilm-Produzent. Wie kam das? Nun, das war quasi eine ungewollte Progression. Ich habe mir das nicht speziell ausgesucht, es kam eins zum anderen. Skifahren ist meine Leidenschaft, und das passt einfach zu mir.

Welcher dieser drei Jobs bietet das beste Leben?
Ein Profi-Skifahrer zu sein ist definitiv das sorgenfreiste, aber auch das gefährlichste Leben. Als Produktentwickler geht man den sichersten Weg und Filme machen ist eine gute Art, all sein Geld zu verlieren, besonders wenn es um Kinoflme geht.

image001-2Welcher der Jobs macht am meisten Spaß?
Ich liebe sie alle, deshalb mache ich jeden irgendwie auch ein bischen weiter. Ich kann einfach nicht loslassen, obwohl ich eigentlich viel zu beschäftigt bin.

Wer beeinflusst den Skisport momentan am meisten: Athleten, Produzenten oder Ingenieure?
Es ist immer eine Mischung. Aktuell glaube ich, haben die Filmemacher einen großen Einfluss. Skifilme sind in den letzten Jahren sehr kreativ geworden.

Nenne uns die doch mal die aus deiner Sicht bedeutendsten Typen des Sports.
Na das ist schwierig… Ich sag mal Tom Wallisch, Candide Thovex, Dave Mossop von Sherpas Cinema, Chris Davenport und Filip Christiansen von Field Productions.

Welche sind die großartigsten Erfindungen im Freeskiing der letzten 15 Jahre?
Ganz klar Twin Tip Ski und gerockerte fette Ski. Beide Typen haben den Sport verändert. Außerdem würde ich Free-Touring-Bindungen und Lawinenairbags dazu zählen.

Reden wir über Salomon Freeski TV: Wer bringt die Ideen für die Episoden?
Ideen finden sich überall, den meisten Input liefern die Leute von Salomon und Switchback, also alle direkten Mitarbeiter.

Wie lange dauert die Produktion einer Episode?
Die kürzeste ging bisher über zwei Wochen, die längste hat drei Monate gedauert.

Wie teuer ist so eine Produktion?
Das kommt wirklich auf die Episode an. Mittlerweile ist die Serie bekannt genug, um beim Dreh Unterstützung von den Skigebieten und vom Tourismisverband zu bekommen. Wenn wir heute was mit Heliskiing drehen, müssen wir für den Heli nicht mehr zahlen. Dafür geben wir mehr Geld aus für die Postproduktion

Wie viele Zuschauer sehen sich eine Episode an?
In der Regel zählen wir pro Folge über 100000 Views, auf unserem Youtube Kanal folgen uns 66000 Leute.

Mit welchen Athleten filmst du am liebsten?
Im Salomon-Team haben wir schon eine super Truppe zusammen. Jeder einzelne hat die richtige Einstellung dazu und arbeitet hart. Am liebsten reise ich mit Kaj Zackrisson. So wie man ihn in den Folgen erlebt, ist er wirklich!

Wenn du dir einen Traum erfüllen dürftest: Mit wem würdest du gerne vor der Kamera zusammen arbeiten?
Ich glaube nicht, dass es eine Steigerung zum Status Quo gibt. Ich bin total zufrieden mit meinem Umfeld.

Wie realitätsnah sind Skifilme heute noch?
Hm, das hängt davon ab. Wir haben herausgefunden, dass unsere Fans diese verrückten Hänge in Alaska eigentlich gar nicht sehen wollen. Das ist einfach zu surreal, die Zuschauer wissen, dass sie dort niemals fahren werden. In Salomon Freeski TV versuchen wir, spannende aber erreichbare Szenen zu zeigen. Zwar gehen noch nicht alle Filmemacher in diese Richtung, aber ich glaube, es entwickelt sich dahin.

Kann sich der normale Fahrer mit Skifilmen überhaupt identifizieren?
Manchmal ja, manchmal nein. Man kann es nicht immer allen recht machen. Wenn du das versuchst, stellst du am Ende gar niemand zufrieden.

Früher haben wir VHS-Kassetten in den Rekorder geschoben. Wie hat das Internet deinen Job verändert?
Die Welt dreht sich sehr schnell. Ich bin mir nicht sicher, ob das so richtig ist…

Brauchen Skifilme die große Leinwand wie beispielsweise die Streifen von Warren Miller?
Ja sicher! Aber nicht wegen der Größe der Leinwand, sondern weil man die Community versammelt und weg von ihren Bildschirmen kriegt. Salomon Freeski TV gibt es jedes Jahr in hunderten von Kinos zu sehen. Ich glaube an dieses Erlebnis!

Wie sieht die Zukunft der Wintersport-Medien aus. Wird sich alles nur noch online abspielen?
Das Internet wird sicher dominieren, aber ich glaube an die Bedeutung der großen Kinos – wie eben schon gesagt.

Wo steht Freeskiing in zehn Jahren?
Soul und Kreativität zählen vermutlich mehr als heute, aber es wird immer schwieriger, überhaupt Schnee zu finden.

Welchen Tipp hast du für ambitionierte Filmer?
Sei selbst dein härtester Kritiker. Investiere nur Arbeit und Zeit in Aufnahmen, von denen du sicher bist, dass man sie auch wirklich sehen will.

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Du arbeitest an einem Projekt, genannt Snowman. Erzähl‘ uns doch mal worum es dabei geht und in welchem Stadium sich der Film befindet?
Snowman ist eine Dokumantation über das Leben meines besten Freundes und ein bischen auch über meins. Mein Freund arbeitet bei der Lawinenkomission und überlebte 2009 einen grausigen Helikopter-Absturz. Der Film dreht sich um Träume, Freundschaft, Risiko und die Ereignisse, die dein Leben prägen.

www.snowmanfilm.com

Den Film bei iTunes kaufen: http://apple.co/1L4yfLN