Das Angebot von Tourenbindungen ist in den vergangenen Jahren immer vielseitiger geworden. Seit das Patent für Low-Tech Bindungen der Firma Dynafit ausgelaufen ist, gab es eine ganze Menge neuer Entwicklungen. Sowohl was die Abfahrts- und Aufstiegsperformance angeht, als auch die Sicherheitsaspekte und natürlich das Gewicht. Pinbindungen müssen mittlerweile nicht mehr mit blockiertem Vorderbacken gefahren werden. Denn auch hier gibt es immer mehr TÜV-zertifizierte Lösungen, die höchsten Sicherheitsansprüchen genügen und Fehlauslösungen minimieren sollen.

Seitdem immer mehr Hersteller auch abfahrtsorientierte Freeridesteifel mit Pin-Inserts konstruieren machen die leichteren Pinbindungen mehr Sinn als je zuvor. Im Redaktionsteam sind wir bei der Wahl des Tourensetups von den Low-Tech Bindungen überzeugt. Deshalb haben wir im Folgenden eine Auswahl an relevanten Modellen zusammengestellt und werden euch die Vor- und Nachteile hier näherbringen.

 

Salomon MTN

Gewicht: 320 Gramm/Stück

Z-Wert: 5, 7, 9

UVP: ab 500€

Die MTN von Salomon überzeugt vor allem durch die Performance im Verhältnis zum Gewicht. Die Kraftübertragung ist sehr direkt und auch bei dickeren Ski kein Problem. Die Standhöhe ist sehr gering gehalten, was sich positiv auf die Steuereigenschaften auswirkt. Außerdem wurde das Bohrmuster nochmals verbreitert. Am Vorderbacken erleichtern zwei Metallnoppen den Einstieg. Die Blockierung des Stoppers ist mit einem Raster gelöst. Beide Steighilfen lassen sich problemlos mit den Tourenstöcken verstellen. Salomon ist in unseren Gefilden eher durch die Guardian bekannt. Ein echter Brecher und für längere Aufstiege nur bedingt geeignet. Mit der MTN ist es Salomon aber gelungen, Leichtigkeit mit Abfahrtsperformance zu vereinen. Klare Empfehlung!

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Fritschi Vipec 12

Gewicht: 500 Gramm/Stück

Z-Wert: 5-12

UVP: ab 485€

Die Vipec von Fritschi kommt als eine der einzigen Pinbindungen ohne schwenkbaren Hinterbacken aus.  Das macht die Abfahrtsperformance sehr direkt und die Bedienung im Aufstieg sehr einfach. Mit dem Stock wird ein Schalter nach unten gedrückt und der ganze Hinterbacken nach zurück geschoben. Dieser Mechanismus blockiert auch gleichzeitig den Stopper. Für den einfachen Einstieg gibt es einen Anschlag zwischen den Pins. Ein Durchrutschen mit dem Schuh kann so fast immer vermieden werden. Für die frontale und seitliche Auslösung im Bedarfsfall ist der Vorderbacken mit den klappbaren Pins zuständig. Eine weitere Besonderheit ist der einstellbare Z-Wert an Vorder- und Hinterbacken.

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Fritschi Tecton 12

Gewicht: 550 Gramm

Z-Wert: 5-12

UVP: ab 535€

Die Tecton 12 von Fritschi geht mit einem Technologie-Mix an den Start. Eine Pin-Einheit vorne kombiniert mit einem Alpin-Hinterbacken. Wahrscheinlich das zukunftsweißende Konzept wenn es gilt, geringes Gewicht und Performance zu kombinieren. Wie auch bei der Vipec Evo 12 verwendet Fritschi beim Vorderbacken das gleiche System. Frontal- und Seitwärtsauslösungen werden über die Pin-Einheit geregelt. Den großen Unterschied macht aber der Hinterbacken. Im Vergleich zu den zwei Zapfen beim klassischen Pin-System ist die Kraftübertragung und der Anpressdruck auf den Ski um ein Vielfaches höher. Deshalb ist die Tecton mit mindestens einem Bein im Freeride-Segment anzusiedeln. Der Aufstiegsmodus ist ebenfalls denkbar einfach gestaltet. Ein Stopper am Vorderbacken erleichtert den Einstieg in die Pins, für die Blockierung des Stoppers im Aufstieg wird der Hinterbacken nach vorne gezogen. Diese Handgriffe lassen sich auch mit dicken Handschuhen und viel Schnee an der Bindung problemlos ausführen.

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Marker King Pin 13

Gewicht: 650 Gramm

Z-Wert: 6-13

UVP: ab 480€

Mit der King Pin hat die Firma Marker eine Benchmark im Freetouring-Bereich gesetzt. Das erste Mal wurde ein Alpin-Hinterbacken mit einem Pin-Vorderbacken kombiniert. Und der Unterschied zu traditionellen Pin-Bindungen ist gewaltig. Die sehr breit angelegte Konstruktion eignet sich hervorragend für breite Freeridelatten. Am Vorderbacken sind sechs Federn, statt der herkömmlichen vier verbaut. Der Freerideanspruch wird mehr als deutlich.

Der Umbau auf den Hike-Modus ist wie schon bei anderen Marker-Modellen mit einem großen Hebel in der Mitte der Bindung zu bewerkstelligen. Die Steighilfen lassen sich dann bequem mit den Skistöcken bedienen. Die Marker King Pin ist außerdem in einer Variante mit Z-Wert von fünf bis zehn erhältlich.

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Dynafit TLT Radical FT 2.0

Gewicht: 630 Gramm

Z-Wert: 5-12

UVP: ab 530€

Die Radical in der zweiten Generation wurde mit einem drehbaren Vorderbacken ausgestattet. Das soll für mehr Sicherheit in der Abfahrt sorgen. Seitliche Schläge können so von Vorder- und Hinterbacken gleichermaßen ausgeglichen werden. Ein blockieren des Vorderbackens in der Abfahrt, wie beim Vorgängermodell noch oft praktiziert, wird überflüssig. Die Kreuzbänder werden es danken. Mit dem bewährten Dynafit-System am Hinterbacken ausgestattet, lässt sich der Stopper durch eine Drehung blockieren und der Hike-Modus ist eingestellt. Die Steighilfen lassen sich bequem mit den Tellern am Stockende verstellen.

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Dynafit ST Rotation 10

Gewicht: 599 Gramm

Z-Wert: 4-10

UVP: ab 500€

Die ST Rotation 10 von Dynafit ist fast baugleich zur Radical FT 2.0. Einziger Unterschied ist der Vorderbacken. Für einen vereinfachten Einstieg ist dieser mit einer Mittenzentrierung ausgestattet. Das sorgt für einen vereinfachten Einstieg auch bei tiefem Schnee.

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Dynafit Beast 14

Gewicht: 795 Gramm/Stück

UVP: ab 580€

Z-Wert: 5-14

So richtig angekommen im Bewusstsein der Tourengeher und Freerider ist die Beast 14 von Dynafit erst nach einem radikalen Sonderverkauf durch einen großen Online-Versandhändler. Der Vorderbacken ist identisch zur Radical 2.0. Bei der Blockade des Stoppers am Hinterbacken liegt allerdings der Hund begraben. Die erste Steighilfe am Hinterbacken ist für die Blockierung zuständig. Dabei muss ein massiver Plastikring zum Einrasten gebracht werden, der umgekehrt nur mit etwas Mühe und Übung wieder gelöst werden kann. Flaches Gehen ohne Steighilfe ist somit nicht möglich. Außerdem wird das Lösen des Stoppers durch verklumpten Schnee und Eis in der Steighilfe zusätzlich erschwert. Der Freerideanspruch wird deutlich. In der Abfahrt funktioniert die Beast 14 aber umso besser. Karftübertragung und Feeling sind top. Noch ein Manko zum Schluss: Die Beast 14 kann nur in Verbindung mit einem Power Insert am Schuh verwendet werden. Dieses muss extra am Heck des Schuhs angebracht werden und macht diesen so für andere Bindungen nur noch beschränkt nutzbar.