|Die CAMPER |
ep.03 Andermatt

Eine Produktion der Rebel Ride Crew

Andermatt

17. Februar, 19:30 Uhr
Mit Mach drei peitscht Tobi durch das nächste urige Dörfchen und nimmt den Fuß nicht vom Gas. Unser Ziel ist Andermatt, denn dort wollen wir morgen Firtslines in den jungfräulichen Powder brennen.  Das Problem allerdings ist, dass wir eben beim Afterride BBQ am Parkplatz der Midi Bahn festgestellt haben, dass der Furkapass im Winter natürlich nur per Autozug zu erreichen ist und der wiederum fährt das letzte Mal um 20:30. Schnell war klar, wir müssen den Ralleymodus unserer Schüssel aktivieren.  In Bestzeit verdächtigem Tempo geht es also Richtung Furkapass. Wir sind im hinteren Teil des Geschosses damit beschäftigt unsere Ladung in den dafür vorgesehenen, aufklappbaren Schränken zu halten und bemängeln dabei lautstark das Straßennetz der Zentralschweiz, sowie die Erfindung des Kreisverkehrs. Just in diesem Moment scheppert Tobi um einen weiteren Kreisel und zwei Ladegeräte aus dem nun geöffneten Schrank gegen Philipps Kopf.

17. Februar 2016, 20:28 Uhr
„Wie, wie hoch sind wir? Was hat denn der Typ da für ein Problem?“ Philipp ist ein wenig aufgebracht, während der dickliche Bahnbeamte unser Fahrzeug am Eingang des Autoverlads skeptisch begutachtet. Schließlich winkt er uns durch. „Okay, jetzt weis ich was er meint.“, fährt Philipp lachend fort, als wir sehen wie verdammt eng die Auffahrt zum Zug ist. Die passendere Frage wäre aber wohl gewesen wie Breit wir sind, denn links und rechts neben dem Außenspiegel bleiben jeweils nur wenige Zentimeter und damit kaum Spielraum für Fahrfehler. Nach oben sieht es kaum besser aus, die Dachluke zu öffnen wär auf alle Fälle nicht mehr drin. Durchs Rückfenster erkennen wir aus der Ferne noch den grinsenden Beamten der Schweizer Bahn, der vergnügt Tobis Rangierversuchen zusieht, bevor wir endlich zum Stillstand kommen. Wir schießen vier Kronkorken gegen die Decke und prosten uns erleichtert zu.

18. Februar 2016, 13:17
Neugierig steht Fabi vor seinem Kamerastativ. Angestrengt versucht er irgendwas auf dem LCD Screen zu erkennen, zu hell und zu sonnig ist das Wetter. Würde er sich nicht den Sonnenbrand seines Lebens holen, würde er vermutlich schon lange Oberkörperfrei herumstehen. Stattdessen hat er sich vermummt als würde er eine Burka tragen. Tobi wurde von Tim als Fotograf angeheuert und steht neben ihm. Zusammen starren sie jeweils durch ihre Kameras in Richtung einer steilen Rinne im Felshang vor ihnen.

Nie im Leben sendet der sich da durch!“, spekuliert Fabi während er Tim durch seinen Sucher beim Stretching beobachtet, irgendwie komisch bei gefühlten 20°C. Okay, die Verhältnisse hatten wir uns anders vorgestellt, aber immerhin ist der Himmel blau und keine Leute am Berg. Tatsächlich stehen wir komplett allein in einem riesigen Talkessel mit unzähligen Freeride Lines und das Ganze nur 25 Tourenminuten vom Bahnhof Oberalp-Pass entfernt. Schon irgendwie geil dieses Klischee mit der Schweizer Bahn.

„Okay, komme in 5…“, mischen sich auf einmal drei Funkgeräte gleichzeitig in unser Gespräch ein. „Macht der nie.“ murmelt Tobi noch während er sein Auge fest an die Kamera presst. Fokus sitzt, Blende und Belichtungszeit passen, hurra die Gams, gib ihm Tim! Ein kleiner Punkt springt in eine viel zu enge und steile Rinne und jagt mit einem Affenzahn talwärts. Tims Hardshell Klamotten fangen bei den hohen Geschwindigkeiten derart an zu flattern, dass wir knapp 300m von ihm entfernt meinen könnten, ein Helikopter fliegt auf uns zu. Der Typ ist wirklich völlig bekloppt. Als Tim bei uns ankommt, springen wir ihn förmlich an vor Freuden und lassen uns alle von dem Hype seiner Line mitreißen.

Ach was ist das nur für 1 Life?

Full Movie
4. Advent