Der erste Powder der Saison ist doch immer was ganz besonderes! Egal, wie das Wetter ist oder wie viele Leute einem das weiße Gold streitig machen wollen, wenn man sich nach dem ersten Turn erstmal mit dem Handschuh über die Brille wischen muss, um wieder freie Sicht zu bekommen und der kalte, trockene Schnee das müde Gesicht vom Vorabend erfrischt, dann ….. ja dann sind alle Strapazen aus dem Sommer vergessen und nichts auf dieser Welt könnte uns in diesem Moment in eine bessere Gefühlslage versetzen.

Nach vier Schwüngen war mein erster Hang im Stubai dann auch schon wieder vorbei, aber egal…denn dieser eine Moment ….!

Der Wetterbericht hatte uns mehr versprochen. Anfangs leicht bewölkt, dann Auflockerung und gegen Mittag strahlender Sonnenschein! In Kombination mit 30 cm feinstem Champaignpowder, stieg die Vorfreude natürlich ins Unermessliche. Irgendwie ist die Laune des Wettergotts dann aber bei ‚leicht bewölkt‘ hängen geblieben und hat uns mit kurzen Sonnenstrahlen immer wieder Hoffnung gemacht, um dann dann doch die nächste große Wolke über die Stubaier Alpen zu schicken. Nachdem der Großteil der Hänge schon gegen Mittag total zerhackt war, standen noch einige Runs auf dem Programm. Swarovski war tabu, so viel stand fest. Bei einem 3er ist da einfach nix zu machen. Einige standen schon unter dem Zaun, konnten sich dem Drang der lawinengefährlichen Rinne dann aber doch widersetzen. Es musste also ein bisschen gehiked werden, doch jeder Gipfel und jede Scharte verschwand im Nebel. Der Satz „es reißt bestimmt gleich auf“ fiel ungefähr zehn Mal am Tag, als wir wieder in die Gondel Schaufeljoch stiegen, um einen weiteren Versuch zu wagen!

Letzten Endes blieb es bei einigen genialen Runs am Vormittag und Nebelgestochere am Nachmittag. Trotzdem hatten wir einen wahnsinnig lustigen Tag, mit überragendem Neuschnee, und das trotz der miesen Sicht. Einen Sahnetag würde ich vermutlich anders beschreiben….aber dieser eine Moment des ersten Turns ist einfach unbeschreiblich.

Gut dass uns der Winter erst bevorsteht!

Bild: Tim Marcour
Rider: Korbi Keckeis