Kaum ein Bereich der Freeride-Tools wurde so gründlich umgewälzt wie der, der Lawinenrucksäcke. Die Hersteller überbieten sich mit neuen Ideen und die Kunden dürfen sich jedes Jahr mit neuen Technologien auseinandersetzen. Für den Ortovox Avabag Ascent 22 haben wir euch die Arbeit abgenommen. Getestet wurde der Rucksack bei unterschiedlichsten Bedingungen: Sowohl auf Hochtouren in der early Season als auch beim Freeriden durch tiefen Powder. Eins kann man schon vorneweg sagen: Der Ascent macht eine wirklich gute Figur, egal unter welchen Bedingungen. Unter der Haube ist der Ascent mit der neusten Technologie aus dem Hause Ortovox ausgestattet. Fürs neue System hat Ortovox die Venturi-Einheit grundlegend überarbeitet und noch kompakter gestaltet. Durch den mechanischen Auslösemechanismus wurden unnötige Fehlerquellen eliminiert.

Text und Fotos: Lukas Bürkle

Der Airbag selbst wurde verschweißt und nicht vernäht, was zusätzliches Gewicht und Platz spart. Geschmeidige 690 Gramm bringt das Airbag System laut Hersteller dadurch auf die Waage. Zusammen mit dem absolut minimalistischen und durchdachten Aufbau des restlichen Rucksacks sowie der Carbon-Kartusche macht das den Ascent mit knapp unter zwei Kilo zu einem absoluten Leichtgewicht. Der einfache Ein- und Ausbau des ganzen Systems, sowie die Möglichkeit, die Auslösung ohne Kartusche zu trainieren, sind zusätzliche Schmankerl.

Von außen hat der Ascent ein äußerst cleanes Auftreten, was sich als Design durch den gesamten Rucksack durchzieht. Kein unnötiger Schnickschnack, sondern durchdachte Details wie das abnehmbare Helmnetz oder die verstaubaren Eispickelschlaufen zeichnen den Rucksack aus. Natürlich kann man sowohl sein Snowboard als auch die Ski am Rucksack befestigen. Der Zwei-Seiten-Reißverschluss stellt sicher, dass ihr selbst dann an euer Equipment gelangt, wenn es ganz unten vergraben ist und das helle Innenfutter sorgt dafür, dass ihr nie den Überblick verliert.


Auf Tour zeigt der Ascent 22 Avabag, was die harten Fakten erahnen lassen: Man setzt ihn auf, schaut ungläubig und freut sich danach, wie leicht ein Lawinenrucksack inzwischen sein kann. Das Rückensystem passt sich super an den Freerider-Rücken an, und der Brust- und der Bauchgurt sorgen auch auf holprigeren Abfahrten für einen festen Sitz. Wenn der Rucksack für einen kleineren Trip nicht prall gefüllt ist besteht die Gefahr, dass das Rückenteil etwas vom Rücken absteht. Der sehr dünn ausgeführte Bauchgurt war das Einzige, was unseren Testern aufgefallen ist, aber auch das ist absolut vertretbar wenn man sich den Einsatzzweck des Ascent vor Augen führt. Der Auslösegriff liegt gut in der Hand und kann individuell in der Länge eingestellt werden, damit er nicht durch die Schulterträger hindurch drückt. Nimmt man das alles zusammen, überrascht es nicht, dass der Avabag zügig zu einem der Favoriten unserer Test Crew und nur ungern zurückgegeben wurde.

Zielgruppe des Ascent 22 Avabag:

Der Ascent 22 ist der Begleiter für alle Freerider, die es so leicht wie möglich haben wollen, genug Platz für die Essentials brauchen und trotzdem nicht auf die Vorzüge und die Sicherheit eines Lawinenairbags verzichten wollen.

Ascent 22 AVABAG von ORTOVOX INFORMATIONEN:

VK (inkl. Kartusche): 818,95€

GEWICHT (ohne AVABAG-Unit): 950 g
GEWICHT (inkl. AVABAG-Unit/ohne Kartusche): 1640 g

Vorteile Ascent 22 Avabag:

  • Gut zu packen
    • Langer Reißverschluss lässt auf den gesamten Inhalt sehr gut zugreifen
  • Sehr leicht und angenehm zu tragen
    • Genug Platz für eine Tagestour, auch mit Gletscherausrüstung
    • Ausreichend Befestigungsmöglichkeiten für Ausrüstung am Rucksack
  • Sehr cleane Optik
  • Trainingsauslösungen sind möglich
  • Herausnehmbarer Airbag

Nachteile Ascent 22 Avabag:

  • Ist der Rucksack nicht komplett gefüllt, fehlen Kompressionsriemen an den Seiten
  • Der Auslösegriff drückt beim Tragen etwas auf die Schulter
  • Eine weitere Unterteilung des Hauptfachs wäre wünschenswert
  • Das Entfernen des Airbags geht etwas schwerfällig

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